Projekt RiSk - NO RISK – MORE FUN!

„Risk“ stammt aus dem Englischen und heißt übersetzt Risiko. Wer sich in ein Auto setzt und losfährt, setzt sich immer auch einem gewissen Risiko aus. Dieses zu minimieren, das ist das Ziel des RiSk-Projekttages an der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg, welchen die beiden Referendare Sabine Casper und Dirk Brand organisiert haben. Die Zielgruppe an diesem Tag sind Auszubildende Kaufleute im Einzelhandel des zweiten Ausbildungsjahres.

Gerade junge Menschen in der Altersgruppe der 18-24 jährigen, welche sich zu großen Teilen an beruflichen Schulen befinden, haben als Auto-und Motoradfahrer ein überproportional hohes Unfallrisiko und die Wahrscheinlichkeit durch einen Verkehrsunfall verletzt oder getötet zu werden ist etwa dreimal so hoch wie beim Durchschnitt der Bevölkerung.

RiSk - LGS

Allerdings steht „RiSk“ hier für die Abkürzung „Risiken im Straßenverkehr kommunizieren“. Unterstützt wird das Präventionsprojekt unter anderem vom Land Hessen, der Landesverkehrswacht, dem Kultusministerium, der Unfallkasse Hessen und dem Landesverband der hessischen Fahrlehrer.

RiSk verzichtet auf die klassische Verkehrserzieherische Belehrung, vielmehr soll diese Aktion bei den jungen Fahrern ein eigenes Bewusstsein für das existierende Risiko im Straßenverkehr schaffen. Gerade bei jungen Fahranfängern ist das Verkehrsverhalten nur zu einem Teil vernunftgesteuert, oftmals spielen starke emotionale Antriebe wie jugendliche Risikoneigung, Selbstüberschätzung und Unverletzlichkeitsillusion („mir wird schon nichts passieren“) zu extrem riskantem Fahren und somit zu einem deutlich erhöhtem Unfallrisiko. Dabei soll der Frage auf den Grund gegangen werden:

Wer steuert mich, wenn ich ein Auto steuere?

Während von den ausgebildeten Moderatoren durchgeführten Gesprächsrunden berichten die Teilnehmer von ihren ganz persönlichen Erlebnissen und Gefühlen die sie als junge Autofahrer erlebt haben. Viele der Schüler haben bereits negative Erfahrungen im Straßenverkehr gesammelt, bei denen Freunde, Bekannte oder gar Familienmitglieder bei Unfällen verletzt oder sogar getötet worden sind. Solche Erzählungen können oftmals sehr emotional verlaufen. Um in diesen Fällen angemessen reagieren zu können bedarf es ausgebildeter Moderatoren die diese Gruppen begleiten und die Gesprächsrunden moderieren.

Eine Schülerin, die anfangs die Meinung vertrat, dass es ihr doch egal sei, wie oft ihr „Lappen“ weg sei, weil sie zu schnell fährt, hat während des Vormittages preis gegeben, dass sie jetzt doch mal darüber nachdenkt langsamer zu fahren.

RiSk - LGS

An diesem Projekttag darf jeder Schüler, der bereits einen Führerschein hat, mit einem Fahrschulauto fahren. Bei der Fahrt ist auch ein Fahrlehrer anwesend, der sich die Fahrkünste der jungen Fahrer ohne erhobenen Zeigefinger anschaut und ansonsten nur in Risikosituationen eingreift. Während der Fahrt darf sogar die Musik richtig aufgedreht werden. Dabei stellen die mitfahrenden Schüler, die sich als Beobachter zum jeweiligen Fahrer auch Notizen machen fest, dass laute Musik zu einem schnelleren und riskanterem Fahrverhalten verleitet.

Mit dem Risk-Projekt soll aufgezeigt werden, dass es beim Fahren nicht darum geht, cool zu sein und vor den Freunden mit Geschwindigkeit und riskanten Fahrmanövern anzugeben. Vielmehr sollen durch die gefühlsbetonten Gesprächsrunden und das beobachtende Fahren die Selbsterkenntnis und das Problembewusstsein reifen, sich mit seinem eigenen Verkehrsverhalten auseinanderzusetzen und dieses auch kritisch zu reflektieren.

Die an diesem Projekt teilnehmenden Schüler werden nicht als völlig andere Menschen nach Hause gehen, aber sie werden sich nach diesem Tag sicher nachdenklicher hinter das Steuer ihres Autos setzen.

Bankkaufleute in der KFZ-Werkstatt der Landrat-Gruber-Schule

Ø      Ist mein Auto eigentlich Verkehrssicher?

Ø      Wie kann ich einen Reifen wechseln?

Ø      Wie verhalte ich mich bei einer Panne?

Ø      Kann ich ein Warndreieck richtig aufstellen?

Diese und noch viele andere Fragen nahmen die beiden Referendare Sabine Casper und Dirk Brand ebenfalls zum bereits durchgeführten Risk-Thementag zum Anlass einen weiteren Verkehrstag für junge Fahranfänger in der Kfz-Werkstatt der Landrat-Gruber-Schule zu organisieren.

RiSk - LGS

Neben der vorausschauenden Fahrweise und einem vorsichtigen Fahrstil ist ein funktionstüchtiges Auto für eine sichere Verkehrsteilnahme unersetzlich und hilft somit auch die hohen Unfallzahlen gerade bei jungen Fahranfängern zu verringern.

 

„Nur wer in groben Zügen weiß wie sein Fahrzeug funktioniert, physikalische Grenzen kennt und sich in Pannensituationen richtig verhält, ist auch sicher unterwegs“.

 

RiSk - LGS

Unter der Anleitung zweier Fachlehrer bekamen die zukünftigen Bankkaufleute eine kleine „Auto-Schulung“. Aufgeteilt in zwei Gruppen lernen die Schüler, was im Falle einer Autopanne zu tun ist oder welche zu kontrollierenden Flüssigkeiten und Bauteile sich unter der Motorhaube verstecken. In Zukunft muss nicht mehr Papa für das Auswechseln einer Glühbirne gefragt werden. Das können die Schüler jetzt selbständig durchführen. Auch wurde ihnen beispielsweise das Wechseln eines Reifens gezeigt und erklärt, weshalb es wichtig ist auf den Zustand der Reifen und einem richtigen Reifendruck zu achten. In anschließenden Übungsphasen dürfen sich die Schüler in kleinen Gruppen an den bereit gestellten Fahrzeugen selbst ausprobieren und werden bei auftretenden Fragen oder Schwierigkeiten von den Fachlehrern unterstützt.

Dieser Tag in der KFZ-Werkstatt bereitete den Auszubildenden viel Freude. Viel neues Wissen rund um das Auto konnte an diesem Vormittag erworben werden und möchten dieses Erlebnis auch weiteren Schülern der Landrat-Gruber-Schule empfehlen.