Projekt am Beruflichen Gymnasium

Die Einführung in die Filmsprache

Die ästhetische Einführung an Hand von Filmausschnitten und Musikclips hat zwei Ziele:

Die Jugendlichen erkennen erstens, dass kein Bild, keine Musik in Film und Fernsehen zufällig ausgesucht wird. Hinter Gestaltung und Auswahl stecken grundsätzlich Absichten, die Zuschauer emotional zu berühren, zu welchem Zweck auch immer. Damit kann eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Weltbild angeregt werden.

Zweitens werden die Jugendlichen irritiert und als Folge davon wird ihre Neugierde und Bereitschaft für neue visuelle Perspektiven geweckt und die Suche nach Gesetzmäßigkeiten und Wirkungsmechanismen angeregt. Diese „Codes“ werden erarbeitet und auch im Blick auf die späteren Kurzfilmproduktionen als Wissen zur Verfügung gestellt.

Medienpädagogik am Beruflichen Gymnasium - LGS

Ausprobieren und Reflexion

Um Sicherheit mit der Kamera zu gewinnen, nehmen SchülerInnen in Kleingruppen Gegenstände aus der Froschperspektive oder aus der Vogel-Perspektive auf. Sie filmen im Tele- oder im Macrobereich und erfahren so selbst, wie Gegenstände und ihre Wirkung sich verändern, wenn sie verschiedene Positionen zu ihnen einnehmen. Das Wissen aus der Anfangsphase (Begutachten von Filmsequenzen und Videoclips) wird hier umgesetzt, die Wirkung ausprobiert und im gemeinsamen kritischen Sichten reflektiert.

Das eigene Filmprojekt

In selbstverantwortlichen Kleingruppen wird ein eigener Musikclip von 2-4 Min. Länge zu einem gegebenen Thema erstellt. Drehbuchideen werden entworfen und Filmsequenzen werden organisiert und produziert. Damit der emotionale Gehalt von Musik die Filmsprache ergänzt, wird rein instrumentale Musik benutzt.

Der Schnitt

Die Schule hat, unterstützt vom Förderverein, in der schuleigenen Mediothek Videoschnittplätze geschaffen. Obwohl meist vorher ein grobes Schnitt-Konzept bestand, werden in der Schnittphase, z.B. beflügelt durch das Zusammentreffen von Musik und Bild oder durch die Erfahrung der Schnittfolge, bestimmte Entscheidungen der Gruppe neu diskutiert und oft auch revidiert. Dies beschreibt einen offenen, positiven Prozess und zeigt, dass die Entwicklung und Produktion eines Videoclips erst beendet ist, wenn die Geräte ausgeschaltet sind.

Medienpädagogik am Beruflichen Gymnasium - LGS

Die Bewertung

Die Clips werden in einer letzten Projektphase gegenseitig diskutiert und bewertet.

Auf Schülerseite klingt das ungefähr so: „Ich hätte nie gedacht, dass für einen so kurzen Clip so viel zu planen und zu berücksichtigen ist und vor allem: Dass er so viel Arbeit ist! Aber: Es hat total Spaß gemacht und wir sind sehr stolz auf unseren Film! Ich wünschte mir, ich könnte es noch einmal machen!“

Die SchülerInnen haben hier die Möglichkeit, zu einem Thema Position zu beziehen und diese über ein Medium öffentlich zu machen. Obwohl der Clip nur in einer begrenzten Öffentlichkeit gezeigt wird, sind die Jugendlichen bereit, sehr viel Energie in ein solches Projekt zu investieren. Nicht selten sind Lehrkräfte und Eltern überrascht, welche Zeit die Jugendlichen bereit sind zu investieren, aber auch, wie engagiert bestimmte Schüler sind, die sich in der Schule sonst eher zurückhalten. Ihnen fällt es leichter, über Bilder und Musik zu kommunizieren als über Schrift und Sprache. Erfreulicherweise wirkt sich das erwachte Interesse und Selbstbewusstsein oft auch im sich anschließenden Deutschunterricht aus, weil sich eine neue Verständnisebene zwischen Lehrenden und Lernenden geöffnet hat.
Fortsetzung und Erfolge dieser Projektarbeit:

  • SchülerInnen, deren Interesse an der Videoarbeit im besonderen Maße geweckt wurde, haben im Beruflichen Gymnasium die Gelegenheit, sich innerhalb der Theater-gemeinschaft in die Video-AG einzuwählen und da ihr neuentdecktes Interessensgebiet auszubauen. Auch in dieser AG ist das MuK beratend engagiert und kann so Fortschritte herauslocken.
  • Nicht selten hinterlässt das Videoprojekt bleibende Spuren bei den SchülerInnen, indem sie sich zu weiterführenden Seminaren im Medienbereich anmelden, sich eine eigene Kamera kaufen, - oder indem sie sich einen Beruf im Medienbereich wählen.
  • Einzelne SchülerInnen bringen als „Ehemalige“ ihre Berufserfahrungen in die Theater-Video-AG ein. Mit einer solchen Gruppierung ist zum 25-jährigen Bestehen der Schule in einem Halbjahresprojekt ein Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSchulfilm entstanden, der im kommenden Jahr durch die Film-AG aktualisiert wird.
  • Die produzierten Clips bleiben nicht im luftleeren Raum stehen: Einzelne Clips haben bereits überregionale Preise gewonnen (Offenbacher Film- und Videotage, Hessischer Rundfunk, Sparkassenstiftung), zuletzt im November 2010 beim 3. Hanauer Schulfilm-Festival. Geeignete Schülerclips werden im Unterricht eingesetzt (z.B. in Religion) oder die SchülerInnen präsentieren sie einem Publikum etwa bei einer Schulfeier, bei dem Kreisschülerrats-Kulturwochenende in Darmstadt, bei einem Literaturcafé in der Region oder beim Seniorenclub, wo die Clips jeweils interessiert aufgenommen und besprochen werden.

Impressum:
Elisabeth Stoklossa (LGS)
Pit Schulz (MuK)
Maximilian Bux und Martin Prokosch (ehem. LGS)

 

Die Ergebnisse können Sie hier direkt ansehen.

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterVideoclip 60 Jahre Kriegsende

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterVideoclip Flaschenpost

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterVideoclip Liebe über den Tod hinaus

Außerdem können Sie die Dateien im WMV-Format downloaden.

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterClip_60_Jahre_Kriegsende

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterClip_Flaschenpost

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterClip_Liebe_Ueber_Tod_Hinaus